Alles über orientalische Teppiche!
Ist das ein Flugzeug? Ein Vogel? Nein, das ist Aladdin! Auf einem fliegenden orientalischen Teppich. Völlig entspannt schwebt er durch die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Träumst du nachts auch manchmal davon? Auf deinem Orientteppich über die Autobahnausfahrt Moordrecht zu fliegen oder den verspäteten Zug zu überholen? Entdecke die besonderen Eigenschaften verschiedener orientalischer Teppiche, träum mit unserem Blog ein bisschen mit und du wirst sehen: Diese Teppiche sind echte Überflieger!
Zunächst ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Teppichs. In prähistorischer Zeit dienten Teppiche vor allem praktischen Zwecken: Sie hielten Wohnräume warm und trockener. Wie sie aussahen, war zweitrangig. Mit der Zeit wurde es aber immer wichtiger, auch das Auge zu erfreuen und den Wohnraum aufzuwerten. Die Teppiche selbst durchliefen einen echten Wandel. Neue Knüpf- und Webtechniken machten es möglich, unterschiedliche Muster, Drucke und Verzierungen zu schaffen, wodurch Teppiche sich zu immer aufwendigeren Kunstwerken entwickelten.
Exklusive Teppiche
Besonders im Nahen Osten entwickelten sich zunehmend anspruchsvollere Designs, sodass das Weben von Teppichen zu einer echten Kunstform wurde. Mit dem aufblühenden Handel galten orientalische Teppiche künstlerisch als das Nonplusultra und fanden sich vor allem in den Palästen der Wohlhabenden, ausgelegt oder sogar aufgehängt. Bis heute gehören orientalische Teppiche zur Spitzenklasse der Teppichkunst. Die Produktion hat sich jedoch stark verändert. Wo früher Nomaden knüpften und jahrhundertealte Traditionen und Techniken anwendeten, entstehen echte orientalische Teppiche, das „Original“, heute nur noch in professionellen Werkstätten.
Die Unterschiede zwischen orientalischen Teppichen
Zwischen echten „alten“ orientalischen Teppichen und den heute hergestellten Vintage-Teppichen gibt es deutliche Unterschiede. Echte wertvolle Exemplare stammen von vor 1700 und sind wahre Unikate. Auch heute handgewebte Teppiche können einiges kosten. Je mehr Arbeitsstunden, desto höher der Preis. Zudem dauert die Herstellung lange, da oft nur 2 Stunden pro Tag an einem Teppich gearbeitet werden kann. Die für den westlichen Markt gefertigten „Budget“-Teppiche werden maschinell hergestellt, wodurch die Preise niedrig bleiben. Hier eine kurze Erklärung zu orientalischen Teppichen, Perserteppichen, Kelim-Teppichen und Berberteppichen, damit du genau weißt, was du bekommst.
Orientalische Teppiche
Der Sammelbegriff für handgewebte und handgeknüpfte Teppiche mit Flor (mit einer Ausnahme, siehe „Kelim-Teppich“!), die ursprünglich aus dem Nahen Osten stammen, später aber auch in verschiedenen Regionen Asiens hergestellt wurden. Die Teppiche lassen sich grob in sechs Gruppen einteilen, jede mit eigenen Farben, Drucken, Motiven und Knüpftechniken je nach Region. Merkmale orientalischer Teppiche sind:
- Was orientalische Teppiche so besonders macht, ist die sogenannte „Knotendichte“, also die Anzahl der Knoten pro dm². Je mehr Knoten, desto wertvoller. Orientalische Teppiche mit mehr als 10.000 Knoten pro dm² sind keine Seltenheit;
- Die Herstellungsmethode unterscheidet sich in der Verwendung von einem oder zwei „Kettfäden“ sowie im Unterschied zwischen ganzen oder halben Knoten, die darum gewebt und geknüpft werden;
- Wolle (in verschiedenen Formen: Kamelwolle, Schafwolle) bildet das Grundmaterial, aber auch Materialien wie Seide, Hanf, Baumwolle, Leinen und Jute werden zu orientalischen Teppichen verarbeitet.
Perserteppiche
Offiziell dürfen nur Teppiche aus dem Iran/Persien als „Perserteppiche“ bezeichnet werden.
- Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Perserteppich und orientalischer Teppich jedoch oft gleichbedeutend verwendet, da auch in anderen Regionen Teppiche nach persischem Vorbild hergestellt werden;
- Perserteppiche verwenden häufiger einen einzelnen Kettfaden, um den die Knoten gewebt werden.
Kelim-Teppich
Was Kelim-Teppiche zur Ausnahme unter den orientalischen Teppichen macht, ist ihr flacher Flor.
- Durch den flachen Flor kommen orientalische Muster, Motive, Farben und Drucke bei Kelims noch besser zur Geltung;
- Wegen des flachen Flors sind Kelim-Teppiche vergleichsweise dünn, luftig und lassen sich leicht aufrollen;
- Kelim-Teppiche lassen sich nicht nur als Bodenteppich, sondern auch als Wandbehang nutzen;
- Kelim-Teppiche haben oft einen sommerlichen Look und eignen sich an trockenen Tagen gut für Terrasse, Garten oder Balkon;
- Kelim-Teppiche werden von Muslimen manchmal auch als Gebetsteppiche verwendet.
Berberteppich
Diese wollenen Teppiche stammen ursprünglich aus den Bergen Marokkos. Da Web- und Knüpftechniken jedoch auf orientalischen Traditionen beruhen, zählen Berberteppiche ebenfalls zu den orientalischen Teppichen.
- Der Flor eines Berberteppichs wird geschnitten, wodurch ein wolliger Flor entsteht;
- Der geschnittene Flor verleiht Drucken und Mustern einen verspielten Effekt;
- Berberteppiche sind besonders weich und sorgen für eine warme, gemütliche Atmosphäre;
- Dank der schmutzabweisenden Eigenschaften der Wolle lassen sich Berberteppiche leicht sauber halten;
- Verschiedene Wollarten aus unterschiedlichen Regionen verleihen Berberteppichen ihre jeweils eigenen Merkmale.
Et voilà, das sind in groben Zügen die größten Unterschiede im Bereich der orientalischen Teppiche. Bist du schon überzeugt von ihrem Zauber? Und siehst du dich schon, wie Aladdin, auf deinem neuen Teppich sitzen? Dann fehlt nur noch eine passende Lampe mit etwas Schwung und dein Märchenzuhause ist komplett!